Wolf Wagner: Tatort Universität. Vom Versagen deutscher Hochschulen und ihrer Rettung. Klett-Cotta, Stuttgart, 2010.

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Die "Rettung" ist die kreative Hochschule. Keativität braucht exaktes Denken zum Überprüfen der kreativen Gedanken - da sind wir Spitze - und verrücktes, assoziatives Denken zum Ersinnen neuer Ideen - da sind wir unterbelichtet. Dem "verrückten Denken" muss also Raum geschaffen werden. Das würde auch an den Humboldt'schen Bildungsbegriff anknüpfen, der eine allgemeine Menschenbildung durchsetzen wollte, in der alle ihr jeweils bestes Potenzial erkennen und verwirklichen sollten. Seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts wurde dieser Bildungsbegriff auf Wissen verkürzt. Darum packen heute alle Fachwissenschaftler soviel "unverzichtbares" Fachwissen samt Klausuren in die Studiengänge wie politisch durchsetzbar - und klagen hinterher über die Verschulung, die sie selbst verursacht haben. Darum der Titel "Tatort Universität": Die Professoren sind die Täter, die Verursacher dessen, worüber sie jetzt so beredt klagen.

Zehn »Regeln« für eine kreative
Hochschule

1. Das verrückte Denken mit seinen wilden Assoziationen an
den Hochschulen endlich wieder fördern. Allein das verrückte
Denken schafft Neues.
2. Das Bachelor-Studium mit einem über das ganze Studium
verteilten Kreativjahr auf vier Jahre ausweiten.
3. Im ersten Semester die Methoden und Denkweisen möglichst
vieler anderer Fächer kennenlernen und diese für das
eigene Fach auswerten.
4. Ab dem 4. Semester 20 % der Studienzeit für selbstbestimmte,
freie Projekte einräumen.
5. Das exakte Denken überprüft und bewertet die Ideen. Das
exakte Denken erlernen, in kreativen Projekten fehlerfreundlich
anwenden und gründlich einüben.
6. Bildung als Kompetenz, nicht als Wissen begreifen. Bildung
meint, das ganze persönliche Potential zu entfalten, auszuschöpfen
und zu verwirklichen.
7. Das Kontextwissen ist notwendig, um Probleme zu lösen.
Dieses notwendige Kontextwissen von der Kompetenz her
definieren, nicht vom Fachwissen.
8. Lehre und Forschung die gleichen Möglichkeiten zum Reputationsgewinn
einräumen.
9. Die Hochschule für die bildungsfernen Schichten öffnen.
Der ersten Hochschulgeneration einer Familie ein kostenfreies
Studium mit darlehensfreien Stipendien ermöglichen.
10. Die Hochschulen demokratisch kontrollieren und aus dem
Griff der Professoren befreien. Die Leistung der Hochschulen
für unsere Gesellschaft parlamentarisch neu definieren:
kreative Problemlösungen in Forschung, Lehre und Lernen

Links zu weiteren Informationen:


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Link zur Präsentation des Buches beim Verlag

 

1. Zukunftslabor der taz

am 24.4.2010 im Haus der Kulturen der Welt, Berlin
Thema: "Welche Universitäten wollen wir?"

Wolf Wagner wird bei der Podiumsdiskussion

"Globale Bildungskulturen" mitwirken

Zum Interview in Focus-Online Zur Besprechung des Buches von Gerlinde Sommer in der TLZ vom 03.03.2010 Zum Blog von Hannes Jähnert
Demnächst Spiegel-Online