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Forschung und Projekte
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Modellvorhaben Qualitätsentwicklung von Pflege und Betreuung
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| Projektnehmer |
Bundeskonferenz zur Qualitätssicherung im Gesundheits-
und Pflegewesen (Buko-Qs) |
| Leitung |
Prof. Dr. Gerhard Igl (Universität Kiel),
Dr. Helmut Braun (Kuratorium Wohnen im Alter),
Helmut Wallrafen-Dreisow (Sozialholding Mönchengladbach) als
Vorstand der Buko-Qs
und Elisabeth Beikirch (Projektleitung) |
| Mitarbeiter |
Dr. Helmut Braun, Ute Braun (Hans-Weinberger-Akademie,
München),
Prof. Dr. Gerhard Igl, Prof. Dr. Thomas Klie (EFH Freiburg),
Prof. Dr. Sabine Kühnert (EFH Bochum),
Prof. Dr. Gerhard Naegele (Universität Dortmund),
Prof. Dr. Roland Schmidt (FH Erfurt),
Franz-Josef Stoffer (CBT, Köln)
und Helmut Wallrafen-Dreisow als Mitglieder der Buko-Qs |
| Laufzeit |
Dezember 2002 - April 2006 |
| Drittmittelgeber |
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
(BMFSFJ)
mit einem Fördervolumen in Höhe von rund EUR 860.000.-.
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Zielsetzungen |
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Das Projekt findet im Kontext der Bemühungen statt,
sich auf wissenschaftlich begründete und konsentierte
Qualitätsniveaus in der Pflege und Betreuung zu verständigen,
wirksame Verfahren der Qualitätssicherung zu entwickeln
und eine nachhaltige Qualitätsentwicklung in diesem Feld
zu befördern. Es wird von dem Selbstverständnis
getragen, dass dies nur gelingen kann durch ein kooperatives
Zusammenwirken aller Beteiligten. Konzept und Steuerung des
Projektes sind in diesem Sinne ausgerichtet.
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Das Projekt leistet einen Beitrag
zur systematischen Auswertung nationaler, europäischer
und internationaler Erfahrungen und Ansätze der Qualitätssicherung
und Qualitätsentwicklung im Bereich Pflege und Betreuung
und angrenzender Felder,
zur
Erprobung von berufsgruppen- und institutionenübergreifenden
Verfahren zur Verständigung über Qualitätsniveaus
von Leistungen in den verschiedenen Betreuungssystemen für
Menschen mit Pflege- und Hilfebedarf sowie
zur Erprobung
von Strukturen einer akteursübergreifenden, auf Transparenz
und Wissenschaftlichkeit basierenden Konsentierung von Qualitätsniveaus
und Qualitätsstandards.
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Konzept
Dem Projekt liegen Fragestellungen zu Struktur
und Prozess der gegenwärtigen Qualitätsentwicklung
in Deutschland im Feld der Pflege und Betreuung
in integrierender Absicht zugrunde.
Es wird ein die Berufsgruppen übergreifender und wissenschaftsbasierter
interdisziplinärer Ansatz verfolgt, der über die
bisherigen rechtlichen Instrumente des Heimgesetzes und der
Pflegeversicherung hinausweist
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| Die Zielsetzung
des Vorhabens wird im Wesentlichen durch drei Elemente erreicht,
die jeweils aufeinander bezogen sind:
(1) Vergabe von Expertisen und Recherchen
an Sachverständige zur Darstellung rechtlicher, methodischer
und verfahrensmäßiger Strategien von Qualitätsentwicklungen
im Hinblick auf nationale und internationale Dimensionen und
Formen einer Institutionalisierung. Die Aktivitäten der
Qualitätssicherung im In- und Ausland werden untersucht
mit Blick
auf
verschiedene Felder der gesundheitlichen und sozialen Versorgung
und
auf
die professionsbezogenen Ansätze (berufsrechtlich und
institutionell).
Insbesondere interessieren hierbei qualitätspolitische
Strategien und Qualitätssicherungssysteme, die eine Konsentierung
wissenschaftsbasierter Qualitätsniveaus sowie die Herstellung
ihrer Verbindlichkeit zum Gegenstand haben. Damit sollen qualitätspolitische
Impulse gesetzt werden, die Alternative zu einer einerseits
hoheitlich orientierten und zu einer andererseits manageriellen
Qualitätssicherungspraxis darstellen.
(2) Entwicklung und Erprobung von Qualitätsniveaus
mit wissenschaftlicher Grundlegung zu unterschiedlichen, durch
Expertenrunden noch zu spezifizierenden Themenbereichen (Essen
und Trinken bei eingeschränkter Alltagskompetenz,
Mobilität und Sicherheit bei Demenz und einem
dritten, noch konsensuell festzulegenden Thema). Die Auswahl
dieser drei Themenbereiche soll unterschiedliche disziplinäre
Schnittstellen aufgreifen.
Die Bearbeitung dieser Themenbereiche soll vor dem Hintergrund
eines Legitimation stiftenden Verfahrens stattfinden.
(3) Öffentliche Diskurse zur Schaffung
von Transparenz über die jeweiligen Themenbereiche und
die inhaltliche Ausrichtung des Projekts sowie die Einbindung
der wesentlichen Akteure im Feld. Dies soll erreicht werden
durch
wissenschaftliche Beratung durch einen Sachverständigenrat,
der von der Buko-Qs berufen wurde und in dem Persönlichkeiten
unterschiedlicher Wissenschaftsdisziplinen und Experten mit
Bezug zu den zu bearbeitenden Themen mitwirken. Der Sachverständigenrat
berät die Buko-Qs im Rahmen von Workshops bei der konzeptionellen
Ausgestaltung des Projekts und seiner wissenschaftlichen Ausrichtung.
steuerungs-
und anwendungsbezogene Beratung durch einen Beirat, der sich
aus Persönlichkeiten zusammensetzt, die zentral am Leistungsgeschehen
in der Pflege und Betreuung beteiligt sind und/oder Steuerungsfunktionen
in der Qualitätssicherung wahrnehmen. Der Beirat stellt
in seiner Funktion das Bindeglied zwischen dem Projekt und
der Praxis dar. Die Beratungen des Beirats finden im Zusammenhang
mit jährlichen Symposien statt, in denen die Projektergebnisse
präsentiert und erörtert werden.
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Kooperationen
Die Bundeskonferenz zur Qualitätssicherung
im Gesundheits- und Pflegewesen (Buko-Qs) und das Deutsche
Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege
(DNQP) haben wegen der gemeinsamen Zielrichtung, eine wissenschaftsbasierte
Qualitätsentwicklung in Deutschland zu befördern,
eine Kooperationsvereinbarung getroffen. Diese hat zum Ziel,
die getrennten Arbeitsvorhaben, die gegenwärtig durch
unterschiedliche institutionelle Zusammenhänge über
Modellförderungen realisiert werden, mittels Herstellung
von Transparenz und Formen kollegialer Beratung abzustimmen,
so dass perspektivisch eine Verzahnung möglich ist. Weitere
Kooperationen sind in Vorbereitung.
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Politischer Kontext
Die Aktivitäten der Buko-Qs und dieses
Projekts stehen in einem gesundheits- und sozialpolitischen
Kontext in Deutschland und Europa, in dem Qualitätssicherung
und Qualitätsentwicklung eines der zentralen Steuerungsanliegen
sind. In den einschlägigen Gesetzen finden sich state-of-the-art-Klauseln,
die inhaltlich ausgefüllt werden müssen. Dazu soll
das Projekt im Rahmen seiner Zielsetzung einen Beitrag leisten.
Es ist eingebettet in Bemühungen um eine Integration
unterschiedlicher Qualitätssicherungs- und Qualitätsentwicklungsinitiativen
zentraler Akteure. Dabei wird das Anliegen verfolgt, die Qualitätssicherungs-
und Qualitätsentwicklungsdiskurse zivilgesellschaftlich
zu öffnen.
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Literatur (Auswahl)
Berliner
Memorandum der Bundeskonferenz zur Qualitätssicherung
im Gesundheits- und Pflegewesen e.V.
In: Beiträge zum Recht der sozialen Dienste und Einrichtungen
(2000)44, S. 41-53)
Gerhard Igl, Doris Schiemann, Bettina Gerste, Joachim Klose
(Hrsg.): Qualität in der Pflege.
Stuttgart/New York: Schattauer 2002, S. 191-201
Roland Schmidt: Impulse zur sektoren- und systemübergreifenden
Qualitätsentwicklung.
In: Andreas Motel-Klingebiehl, Hans-Joachim von Kondratowitz,
Clemens Tesch-Römer (Hrsg.).
Lebensqualität im Alter. Generationenbeziehungen und
öffentliche Servicesysteme im sozialen Wandel.
Opladen: Leske + Budrich 2002, S. 175-200
Roland Schmidt: Unterstützung der Laienpflege. Die Schnittstelle
zwischen Laienpflege und professioneller Pflege.
In: Igl/Schiemann u.a. (2002), S. 191-201
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